Was passiert mit der Natur?

Der Betrieb eines Steinbruchs unterliegt umfassenden behördlichen Genehmigungsverfahren und vielfältigen Auflagen. Bei den Sprengungen hält sich die Holcim an die schweizerischen Normenrichtwerte nach SN640 312a.

Das Gestaltungs- und Renaturierungskonzept für den Steinbruch Zingel schreibt umfangreiche Massnahmen vor, die Holcim mit zusätzlichen, freiwilligen Massnahmen ergänzt.

Lebensraum Steinbruch: Fauna

An heissen Tagen bringt die schnelle und starke Erwärmung der kahlen und vegetationsarmen Flächen die Luft zum Flimmern. Dann fliessen bei starken Regenfällen plötzlich grosse Wassermengen ab.

Wo solch extreme Lebensbedingungen herrschen, kommen nur spezialisierte Pflanzen und Tiere vor. In unserer heute dicht besiedelten und intensiv bewirtschafteten Kulturlandschaft sind solche Standorte Mangelware geworden. Der Steinbruch ist ein wertvoller Ersatzlebensraum für ehemals natürliche Überschwemmungsgebiete von Flüssen, Schotterflächen, Felssturzareale und natürliche ungestörte Felswände.

Vegetationsarme und -freie Gebiete werden noch heute abschätzig als «Ödland» bezeichnet, da es sich um landwirtschaftlich unproduktive Flächen handelt. Sie sind aber wichtige Zufluchtsorte für Lebewesen, die solch offene und nährstoffarme Verhältnisse benötigen. Es ist ein Lebensraum für licht- und wärmeliebende Pflanzen und Tiere. Man nennt diese Arten «Pioniere», also Spezialisten der Rohböden und Felsen. So sind diese sogenannten Lichtpflanzen konkurrenzschwach und können sich in dichter Vegetation nicht mehr behaupten.

Viele besondere Insekten finden hier ihre spezifischen Futter- und Nektarpflanzen. Dazu gehören verschiedene Schmetterlinge, Wildbienen und Heuschrecken. Diese bilden dann wiederum die Nahrungsgrundlage für grössere Tierarten wie Reptilien (Zauneidechse), Amphibien (Erdkröte) und Vögel (Rotrückenwürger). Etliche dieser Arten sind stark gefährdet, da ihre natürlichen Lebensräume verschwunden oder selten geworden sind.

Bild: Zauneidechse

Amphibien: Laichgebiet der Erdkröte

Im Umfeld des Steinbruchs Kehrsiten liegt ein Amphibenlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Jedes Frühjahr wandern Erdkröten zu Tausenden von ihren Landlebensräumen im steilen Wald des Bürgenstocks zu ihrem Laichplatz am See. Nach der Paarung, die Anfang Mai stattfindet, wickeln die Erdkröten ihre Laichschnüre um Steine im 2 bis 6 m tiefen Wasser des Vierwaldstättersees. Anschliessend kehren sie wieder in ihre Landlebensräume zurück. Die anfangs nur zentimetergrossen Jungtiere verlassen das Wasser Ende Juli und suchen sich ebenfalls im Wald einen geeigneten Landlebensraum.

Holcim ist sich der Verantwortung bewusst: Bei ihrer Tätigkeit schont sie die naturnahen Ufer- und Waldpartien. Bei der Planung von Erweiterungen werden die Bedürfnisse der Amphibien berücksichtigt, sodass ihre Lebensräume und Wanderkorridore nur geringfügig beeinträchtigt werden. Ersatzmassnahmen sorgen dafür, dass bei der Renaturierung neue Lebensräume geschaffen werden.

Auf ihrer Frühjahrswanderung zum See müssen die noch trägen Erdkröten die Kehrsitenstrasse überqueren. Dabei stellt der Strassenverkehr eine Gefahr für die Tiere dar. Holcim beteiligt sich deshalb aktiv am Schutz der Amphibien: Die Mitarbeitenden des Steinbruchs helfen beim Errichten von Schutzzäunen entlang der Strasse. Die Mitglieder des Vereins Amphibienfreunde Kehrsiten sammeln auf ihren nächtlichen Kontrollgängen die Tiere ein und bringen sie gefahrlos über die Strasse.

Bild: Landlebensraum der Erdkröte

Lebensraum Steinbruch: Flora

Auf blanken Felsen und frischem Geröll siedeln sich recht schnell die ersten Algen und Flechten an. In Rissen und an Stellen, wo sich etwas feinkörniges Substrat ansammelt, wachsen dann die ersten Pflanzen. Diese eher kleinwüchsigen Arten wie Hauswurz, Steinbrech und Fetthennen stammen teilweise auch aus Hochgebirgslagen. Wie die Namen es schon sagen, sind das wahre Pioniere, die mit Trockenheit, viel Sonne und wenig Nährstoffen umgehen können.

Grösseren Pflanzen gelingt das Ansiedeln nur, wenn sie eine Pfahlwurzel bilden. Beispielsweise sind dies der Huflattich, der Natternkopf oder die Wegwarte.

Eine andere Strategie haben einjährige Ruderalpflanzen: Sie wachsen schnell mit dem wenigen Wasser aus Winter und Frühling, blühen umgehend und bilden sofort Samen, bevor sie ihr kurzes Leben schon wieder abschliessen. Mit dem aufkommenden Bewuchs bleiben auch mehr Feinpartikel hängen, dies ermöglicht es anderen Arten zu keimen. Es bilden sich zaghaft blumenreiche Trockenrasen. In diesem Stadium gelingt es ersten Gehölzen Fuss zu fassen. Dazu zählen Pioniergehölze wie Weiden, Erlen, Pappeln und Föhren.

Bild: Tausendgüldenkraut

Installierte Messgeräte

4 Messgeräte installiert:

  • Hüttenort
  • Fürigen
  • Oberschilt
  • Neu: Kehrsiten-Rüteli

Lärm

Hüttenort sowie Kehrsiten und Fürigen liegen geographisch günstig, so dass die Anwohner vom Lärm nicht betroffen sind.

Staub

Eine moderne Entstaubungsanlage entfernt den Staub bei den Brech- und Siebvorgängen im Schotterwerk. Der Filterstaub wird anschliessend dem ungebunden Gemisch beigefügt. Der beim Produkteumschlag entstehende Staub im Werksareal lässt sich zwar nicht vermeiden, ist jedoch örtlich begrenzt.