Warum gerade Kehrsiten?

Das Schotterwerk Kehrsiten baut Kieselkalk, ein Hartgestein, ab. Dieses Material findet man hierzulande in einem schmalen Gesteinsband, das sich vom St. Galler Rheintal bis ins Waadtland erstreckt. Mit dem Abbau in Kehrsiten liefert Holcim und die Region einen wichtigen Beitrag zum Unterhalt der Schweizer Verkehrsinfrastruktur. Die Produktion und der Verkauf von Hartgestein entsprechen einem Bedürfnis des Marktes nach Rohmaterial für den regionalen Strassen- und Schienenbau.

Bild: Blick vom Steinbruch Zingel auf das Schotterwerk Kehrsiten

Hartgestein

Das Schotterwerk Kehrsiten ist das einzige Hartsteinwerk der Holcim in der Schweiz. Der Produktionsstandort bietet elf Arbeitsplätze und ist seit 2007 im Besitz der Holcim. Der zum Werk gehörige Steinbruch Zingel liefert jährlich rund 270'000 Tonnen Kieselkalk.

Die jährliche Abbaumenge beträgt 270'000 Tonnen oder 100'000 Kubikmeter Hartgestein. Davon gehen 80'000 Tonnen Gleisschotter an die SBB und 6'000 Tonnen an die Zentralbahn. 155'000 Tonnen Sand und Splitt sowie 30'000 Tonnen Koffermaterial werden beim Strassenbau verarbeitet. Der Transport erfolgt ausschliesslich über den See mit den Lastschiffen zu den Umschlagplätzen in Horw, Stansstad und Luzern.

Bild: Schotterwerk Kehrsiten

Steinbruch Zingel

Der Steinbruch Zingel liegt zwischen Stansstad und dem Weiler Hüttenort am Fuss des Bürgenstocks, auf dem Gemeindegebiet von Stansstad. Der Eingang zum Steinbruch liegt in unmittelbarer Nähe zum Vierwaldstättersee.

Seit über 100 Jahren liefert der Steinbruch Zingel das Rohmaterial für das Schotterwerk Kehrsiten. Der Steinbruch besteht aus Kieselkalken, die während der Unterkreidezeit, vor ca. 145-100 Millionen Jahren, abgelagert wurden. Die massigen, grobbankigen Kieselkalke bilden durchwegs Steilwände, die häufig die Seeufer von Walensee und Vierwaldstättersee bilden. lm Steinbruch Zingel liegt der Kieselkalk als eine über 100m dicke und mit ca. 20- 25 Grad nach Süden bis Südwesten geneigte Gesteinsplatte vor. Die oberen 15 Meter stellen mehrheitlich Kalke (zum Teil mergelige Kalke und Echinodermenbrekzien) mit leichtverkieselten Anteilen dar und sind kein Hartstein. Darunter folgt der eigentliche Kieselkalk. Dieser entspricht den hohen Anforderungen für 1. Klasse Bahnschotter.

Bild: Abbau im Steinbruch Zingel, Schotterwerk Kehrsiten

Sprengungen

Der Betrieb eines Steinbruchs unterliegt umfassenden behördlichen Genehmigungsverfahren und vielfältigen Auflagen. Der Steinbruch Kehrsiten wird heute auf einer Breite von ca. 100 Metern und mit einer Gesamthöhe von 160 Metern abgebaut. Das Rohmaterial wird mittels Sprengungen gewonnen. Erschütterungen von Sprengungen werden dank moderner Sprengtechniken und -mitteln auf ein Minimum reduziert Holcim hält sich bei allen Sprengungen an den strengsten Richtwert für denkmalgeschützte Gebäude.

Die Holcim Schweiz publiziert die aktuellen Messergebnisse der Sprengungen im Steinbruch Zingel jeweils auf dieser Webseite. Von Dezember 2017 bis ca. Juni 2018 nimmt Holcim im Steinbruch bauliche Massnahmen zur Erschliessung des neuen Abbaugebiets vor. In dieser Zeit werden keine Messergebnisse publiziert, da keine Regelsprengungen stattfinden.

Bohr- und Sprengraster in Kehrsiten

Wandhöhe: 20 m bis 38 m, Lochabstand heute: 3.6 m x 3.5 m

Ablauf einer Sprengung

Der Steinbruch Zingel liefert seit über 100 Jahren das Rohmaterial für das Schotterwerk Kehrsiten. Der Rohstoff wird durch Sprengen aus dem Gebirge gelöst. Zur Sprengung werden in einem bestimmten Raster Löcher gebohrt und mit Sprengstoff gefüllt. Um die im Sprengstoff enthaltene Energie möglichst optimal zu nutzen, werden die einzelnen Löcher bei der Sprengung in einer bestimmten Reihenfolge gezündet.

Die Zündung setzt eine chemische Reaktion in Gang, bei der sich der feste oder emulsionsartige Sprengstoff in wenigen Millisekunden in grosse Mengen Gas umwandelt, welches das Gestein ablöst und zerkleinert.

Das gewonnene Material wird auf einen Muldenkipper geladen, dieser transportiert es zum Brecher. Dort wird es mechanisch auf die je nach Verwendung gewünschte Grösse gesiebt und gebrochen.

Im neuen Abbauprojekt werden die Abbauetagen auf max. 15 Meter reduziert. Dadurch werden die Bohrlöcher kürzer und die Erschütterungen werden signifikant abnehmen.

Über uns

Im Steinbruch Zingel des Werks Kehrsiten wird seit über 100 Jahren Hartgestein abgebaut. 1901 nahmen die Gebrüder Blättler die Produktion auf, im Juni 2007 wurden die Hartsteinwerke AG durch die Holcim übernommen. Das Unternehmen beschäftigt elf Mitarbeitende.

  • Produktionsleistungen in Zahlen: ca. 270.000 to/a
  • Produkte: 1. Klasse Bahnschotter, Splitte für Belagswerke, Koffermaterialien

Organisation

Die Holcim (Schweiz) AG ist eine Tochtergesellschaft des weltweit tätigen Baustoffkonzerns LafargeHolcim Ltd. Als grösste inländische Zementproduzentin hält die Holcim Schweiz auch in den Bereichen Transportbeton sowie Kies, Sand und Schotter bedeutende Marktanteile – mit jährlich 2,7 Millionen Tonnen Zement aus den drei Werken Eclépens, Siggenthal und Untervaz. 16 Kiesgruben und Steinbrüche liefern jährlich gut 7 Millionen Tonnen Kies, Sand und Schotter. 34 Betonwerke produzieren mehr als 1,7 Millionen Kubikmeter Beton pro Jahr.

Transport per Schiff

Der Transport erfolgt ausschliesslich über den See. Die Schiffe «Lopper» und «Kehrsiten» sowie Lastschiffe unserer Kunden bringen das Material zu den Umschlagplätzen in Horw, Stansstad und Luzern.

Umschlag in Stansstad

Ein Greifbagger entlädt die Nauen im Industriehafen Stansstad und füllt unsere Produkte in die Siloboxen oder belädt direkt unsere Kunden. Die Leistung des Baggers beträgt 250 Tonnen pro Stunde für den Schiffs- und LKW-Verlad.

Es gibt sieben Silos mit einer Kapazität zwischen 140 und 350 Tonnen. Insgesamt beträgt die Silokapazität 1500 Tonnen.

Bild: Nauen auf dem Vierwaldstättersee