Sommerflieder grossflächig entfernt

Rund 100 Stunden Handarbeit sowie 18 Stunden mit Bagger und Pneulader wendeten die Mitarbeiter des Schotterwerks Kehrsiten am 12. und 13. September auf, um auf dem Areal des Steinbruchs Zingel der Holcim Kies und Beton AG erneut aufkommende Sommerflieder zu entfernen. Der Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie (FSKB) begleitete diese Aktion. Der Sommerflieder bildet oft grosse, dichte Bestände und verdrängt heimische Pflanzen.  Er wirkt sich negativ auf die Schmetterlingspopulationen aus. Der Sommerflieder um Gebäude und Depotplätze sowie entlang der Pisten wird komplett entfernt. Dies muss jährlich erfolgen, da sich die Samen der invasiven Neophyten überall verteilen.

Fragen und Antworten

Warum will Holcim den Steinbruch Zingel im Werk Kehrsiten erweitern, wo doch Steinbruch und Werk im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) stehen?

Der Kieselkalk aus dem Schotterwerk Kehrsiten hat überdurchschnittliche Eigenschaften und eignet sich besonders für den Gleisbau. Diese Art von Gestein gibt es sehr selten in einem schmalen Band quer durch die Schweiz.

Andreas Kühni, Leiter Produktion Zentralschweiz

Wer kontrolliert die Renaturierung im Steinbruch?

Die Renaturierung wird von einer Renaturierungskomission begleitet, welche aus Personen aus verschiedenen Ämtern zusammengesetzt ist. Sie tagt jedes halbe Jahr und begutachtet die ausgeführten Massnahmen und schlägt Änderungen vor. Ausserdem hat die Stiftung Natur und Wirtschaft den Steinbruch Zingel für ökologische Massnahmen auf dem Werksgelände zertifiziert.

Karl Feierabend, Werksleiter

Hält Holcim am Industriehafen und an den Nauen fest?

Der Industriehafen ist für den Betrieb des Schotterwerks unerlässlich. Die Nauen stellen den Materialstransport sicher. Bei einem Unterbruch der Kehrsitenstrasse garantieren sie auch den Personen- und PW-Transport zum Ort Kehrsiten.

Reto Kohler, Schiffsführer

Wann geht der Abbau zu Ende, wann endet die Bewilligung?

Die Reserven der Erweiterung reichen noch etwa 17 Jahre, der Abbau endet je nach Fördermenge pro Jahr ca. im Jahr 2035.

Priska Hunkeler, Geologin

Wie werden die Erschütterungen gemessen?

Rund um den Steinbruch wurden in vier Häusern Erschütterungsmessgeräte installiert. Die aktuellen Messergebnisse nach den Sprengungen sind online (Link).

Xaver Feierabend, Sprengmeister

Wie kommt das gesprengte Material vom Steinbruch ins Werk? Macht der Transport viel Lärm?

Der Transport zum Brecher erfolgt neu über einen Fallschacht. Der Lärm wird abnehmen, da immer ein Lärmschutzwall zur Seeseite hin stehen bleibt.

Roli Blättler, Leiter Schotter Zentralschweiz

Wie tief baut Holcim eigentlich ab?

Die bewilligte finale Abbauhöhe im derzeitigen Steinbruch befindet sich auf 445 Meter über dem Meeresspiegel. Der Seespiegel des Vierwaldstättersees befindet sich auf 434 Meter über Meer, also 11 Meter tiefer.

Karl Feierabend, Werksleiter

Was sind die nächsten Schritte des Erweiterungsprojektes?

Die Gemeindeversammlung stimmte am 19. Mai 2016 der Zonenplanänderung zu. Das Dossier für die Abbaugenehmigung liegt seit dem 15. März 2017 für 20 Tage bei der Gemeinde Stansstad auf und kann angeschaut werden.

Priska Hunkeler, Geologin

Werden die Sprengerschütterungen durch die Erweiterung zunehmen?

Im neuen Abbauprojekt werden die Abbauetagen auf 15 Meter reduziert, im Gegensatz zu 38 m vorher. Dadurch werden die Bohrlöcher kürzer und es wird pro Bohrloch weniger Sprengstoff gebraucht. Dadurch werden Erschütterungen abnehmen.

Xaver Feierabend, Sprengmeister

Was passiert mit der Kulisse zur Seeseite hin?

Die Sichtschutzkulisse zum See hin bleibt intakt.

Roli Blättler, Leiter Schotter Zentralschweiz